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Spanisch ist weltweit auf dem Vormarsch


(pte) Es gibt viele Hinweise dafür, dass Spanisch in den nächsten Jahren schneller als jede andere Sprache wachsen wird. Dies war eines der Ergebnisse der letzten "Hispanismus-Tage" an der Universität Heidelberg. "Spanisch kann zwar weltweit nicht mit Englisch konkurrieren, doch mit Italienisch, Französisch und Deutsch gelingt das mühelos. Das Interesse in Europa an der Sprache wächst ständig, was man etwa daran erkennt, dass an den deutschen Volksuniversitäts-Kursen Spanisch hinter Englisch bereits die am häufigsten gewählte Fremdsprache ist", betont Oscar Loureda Lamas, der Veranstalter des Kongresses.
Als ersten Grund für die Entwicklung nennt der Hispanist den Bevölkerungsanstieg der spanischen Muttersprachler, besonders in Lateinamerika. "438 Millionen Menschen sprechen derzeit Spanisch, und in absehbarer Zeit werden es eine halbe Milliarde sein." Zweitens profiliere sich Spanisch immer mehr als internationale Verkehrssprache, beispielsweise bei UNO-Treffen, wo es eine der sechs offiziellen Sprachen ist. In der breiten Bevölkerung sind hingegen kulturelle Gründe ausschlaggebend. "Nach Englisch ist Spanisch bereits zweitbeliebteste Fremdsprache in Mitteleuropa, was vor allem auf das hohe Interesse an den spanischsprachigen Ländern und ihren Kulturen zurückgeht."
Das kulturelle Interesse an Spanien und Lateinamerika sieht Loureda in der gesellschaftlichen Kommunikation begründet. Früher habe man diese Länder als ferne Kulturen betrachtet, heute seien sie jedoch durch Medien und Globalisierung in greifbare Nähe gerückt. "Die lateinamerikanische Kultur ist Europa trotz der geographischen Distanz überhaupt nicht fremd: Wir tanzen argentinischen Tango, hören mexikanische Corridos, besuchen Ausstellungen von Frida Kahlo, und hervorragende Übersetzungen haben uns Klassiker der lateinamerikanischen Literatur zugänglich gemacht. Dies alles hat das Interesse für die spanische Sprache geweckt."
Die Gründung der Lateinamerika-Institute in Berlin oder Wien seien deutliche Zeichen des gestiegenen Interesses, so der Hispanist. Durch die Globalisierung habe sich auch ein wirtschaftliches Interesse Europas an Südamerika gebildet, dessen Potenzial vor allem im hohen Bevölkerungsreichtum liege.
Einen gewissen Teil am gestiegenen Spanischinteresse tragen auch spanische Muttersprachler im Ausland bei. 120.000 Spanier leben etwa derzeit allein in Deutschland - bloß etwas mehr als ein Drittel der Zahl von 1973, als die damals auch politisch motivierte Emigration aus Spanien ihren Höhepunkt verzeichnete. Die heutige spanische Emigration steht unter anderen Vorzeichen, erklärt Loureda. "Die Wirtschaftskrise und die höhere Arbeitslosigkeit in Spanien führen dazu, dass viele in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Arbeit und Stabilität suchen. Dabei handelt es sich durchaus auch um spezialisierte Fachkräfte und Akademiker", so der spanische Philologe.
In einigen Gebieten habe Spanisch allerdings noch Aufholbedarf, unter anderem bei der Internet-Kommunikation. "Weniger als fünf Prozent der Homepages sind auf Spanisch, obwohl Spanisch hinter Englisch eine der Sprachen mit den meisten Anfragen bei Suchmaschinen ist." Als Ursache dieses Ungleichgewichts sieht Loureda eine noch schwache Heimcomputer-Durchdringung in Lateinamerika und auch Spanien.
(Quelle: Pressetext, http://pressetext.de/)

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